Start war um 8:00Uhr an der Talstation der Zugspitzbahn am Eibsee. Mit uns waren nur Angestellte der Bahn und einige weitere Jubiläumsgrataspiranten unterwegs.

Es war kalt und wolkenlos. Da unser Plan vorsah, vor der eigendlichen Tagestour noch schnell an einem Cache vorbeizuschauen, machten wir nach der obligatorischen Gipfelbesteigung noch einen Abstecher Richtung Höllental.

Der kleine Abstieg war mit Altschnee bedeckt, welcher um diese Uhrzeit noch recht vereist war. Eine kurze Suche musste reichen da wir ja noch ein Stückchen Weg vor uns hatten… Leider konnten wir den Cache dann auch nicht finden.

Zurück auf dem Grat trafen wir zwei Wanderer die schon durch das Höllental aufgestiegen waren. Irgendwann tauchten die dann wieder bei uns auf dem Jubigrat auf. Also: Wer denkt, daß wir „Freaks“ sind, der sollte spätestens jetzt wissen, daß es tatsächlich noch wesentlich Verrücktere gibt .

Gesamtstrecke: 12092 m
Maximale Höhe: 2949 m
Minimale Höhe: 2038 m
Gesamtanstieg: 973 m
Gesamtabstieg: -1855 m
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Schon auf den ersten Metern des Steigs wird uns klar, daß das hier kein Samstagsnachmittagparkspaziergang ist. Klaro, hatten wir uns doch seit Jahren auf diesen Tag gefreut. Der Jubiläumsgrat geht dann auch tatsächlich fast die ganze Zeit über den Grat. Die Wegführung war aber oft nicht ganz klar, was mit Sicherheit auch eine Menge Zeit gekostet hat. Aber irgendwann weiß man: Oben ist nie verkehrt! Netterweise kann man immer wieder große Teile des weiteren Wegverlaufs einsehen. Nach der Erstgewöhnung geht der Grat dann immer wieder mal leicht mal schwer voran. Nur ganz selten sind die knackigeren Stellen wie in einem Klettersteig versichert. Und oftmals muß man leichte Blockklettereien in Kauf nehmen, die aber immer am Grat stattfinden, wo es mal eben mehrere hundert Meter hinabgeht. Nach einiger Zeit kommt man dann an die erste Felsnase, die man komplett erklettert und im Anschluß wieder hinten absteigt. Und so geht das eigentlich den ganzen langen Grat entlang: Im Wechsel mal auf dem Grat spazieren, dann wieder eine Felsnase hoch- und runterkrabbeln.

An einer Stelle hat Martin dann auch über einen guten Meter seinen Allerwertesten genutzt. Hier war der Grat dann nur noch zwei Hände breit und ordentlich abgetreten.

Nach gut der Hälfte des Grats kommt man an den Notabstieg und hier liegt auch der Cache. Und es war nicht nur der Jubiläumsgrat, sondern auch der Jubiläumscache!!! Unser 1.000!!!! Nach Abklatschen und dickem Grinsen im Gesicht gings dann weiter.

Dann die seltsamste Begegnung an diesem Tag: Kurz vor der Biwaghütte, die etwas nach der Hälfte der Gratüberschreitung steht, kommt uns eine junge Frau entgegenspaziert (der erste „Gegenverkehr“), grüßt freundlich und tänzelt an uns vorbei. Ganz alleine!

Hier haben wir mal eine Stelle gefunden, wo man in Ruhe mal ein Filmchen machen kann, ohne runter zu fallen.

Die Biwakhütte haben wir uns dann angeschaut. Eigentlich ganz gemütlich, wenn auch etwas kurze Betten. Wiederum etwas später kommt man an die Schlüsselstelle: Am nächsten Felsturm muß man sich die ersten Meter senkrecht an einem Kabel hochziehen und hat eigentlich keine wirklichen Tritte. Als wir die Stelle sahen war eigentlich sofort klar, daß es kein größeres Problem geben sollte, aber die Frage bleibt: Wie blöd ist das, wenn man das nicht schafft?!!?!? Denn dann bleibt nur das Zurückgehen. Nach weiterem Rauf und Runter und Gratlaufen kommt man an die Abstiegsstelle vor dem Hochblassen in Richtung Alpspitze. Da wir aber schon etwas spät dran waren und nun wirklich keine Lust hatten den letzten Lift zu verpassen und ins Tal zu laufen, sind wir ins Grieskar abgestiegen. Die lustige Geröllfahrt kannten wir ja schon und haben sie in vollen Zügen genossen. Und dann endlich: Helm aus! Jipiiieeee!!! Denn mittlerweile bekam Martin schon leichte Migräne durch den Dauerdruck. Nach kurzem Aufstieg zur Bernadeinspitze entschieden wir uns nicht für die Schöngänge sondern für den Nordwandsteig, der uns dann zügig zum Lift brachte. Zum Glück haben wir den letzten Lift dann auch pünktlich erreicht.

Endlich wieder im Tal angekommen trampten wir dann zur Bushaltestelle und der Bus brachte uns müde Krieger dann wieder zum Eibsee. Das reichliche Abendessen beim Jugomann in Grainau war dann seeeeeeeeehr angenehm!

Resumee: Eine harte Kiste, die wirklich gefährlich, aber seeeeeeeehr genial ist! Es hat sich definitiv gelohnt!

Wissenswertes:

Wir sind mit der ersten Bahn vom Eibsee rauf gefahren. Das spart die Übernachtung auf der Münchner Hütte. Runter haben wir dann die letzte Bahn vom Osterfelder bekommen. Etwas schneller währe es über die Alpspitze gegangen.

Besonderheiten:

Die Bahn aus Ehrwald ist günstiger. Aber nach der Tour kommt man schlechter zum Ausgangspunkt zurück.

 

 

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