Während die anderen Touren Wandergipfel oder reine Klettersteige waren, wurde hier beides kombiniert. Als Krönung gabs noch eine Höhle in der Hälfte des Klettersteigs.

Als wir nur schwer aus dem „Bett“ und später als geplant am Lünerseewerk ankamen, war klar dass das ein harter Tag wird. Das erste Stück Weg führte uns dann auch direkt zur Talstation der Lünerseebergbahn wo wir Berg und Talfahrt buchten.

Oben ausgestiegen marschierten wir dann auch direkt Richtung Lindauer Hütte. Der Weg führt leicht bergab und war „gepflastert“ mit Schulklassen und vielen anderen Wanderern. Das Bergerlebnis folgte dann erst nach der Hütte – Niemand der weiter lief als unbedingt notwendig… Der Weg wurde immer schmaler, nicht lange und es war nur noch ein Pfad. So soll das sein  .

Grinsend ging es der Wand mit dem Klettersteig entgegen. Leider nicht ebenerdig sondern lange und steil bergauf. Hin und her und immer bergauf… Etwas spät war es schon geworden, also liessen wir die eine oder andere Pause aus.

Am Einstieg des Klettersteigs konnten wir eine andere Gruppe Bergsteiger sehen. Diese hatten den ersten Teil des KS hinter sich gebracht und verschwanden einer nach dem Anderen in der Höhle. Nicht lange gefackelt und rein in die KS-Ausrüstung. Der KS bis zur Höhle sieht dramatischer aus als er ist. Durchweg gut gesichert verläuft der Steig fast senkrecht in Richtung Höhleneingang. Oben angekommen wurden die Helme mit Lampen bestückt und die Kameras zur Hand genommen. Es ist schon etwas eigenartig – eine Höhle in halber Höhe am Berg. Diese schängelt sich, immer flacher werdend, immer weiter nach oben. Am Ausgang wurden wir dann auch schnell fündig: Der Cache der Gauablickhöhle. Ab hier gehts dann etwas anspruchsvoller Richtung Notausstieg bzw. Klettersteigende.

16:00Uhr Das Ende des Klettersteigs ist recht plötzlich an einer Kante erreicht. Da bei mir schon ziemlich die Luft raus war, ist Martin alleine zum Gipfel gelaufen, während ich zur Tilisunahütte abgestiegen bin. Deshalb in Blau ich und inOrange Martin.

Der Weg vom KS zur Hütte ist eigendlich kein Weg. Man folgt den Steinmännern über die Karstlandschaft. Das ist ne einfache Lauferei und man hat Zeit den Ausblick zu geniessen. Nach einiger Zeit wird aus dem Steinberg plötzlich ein Matschhügel und die Hütte kommt in Sicht. Noch ein paar Höhenmeter abbauen und schon ist man da. Ich hatte ja ca. 1Std. Vorsprung die ich dann in der Sonne an der Weißbierquelle verbrachte.

Auf dem Schild steht: 1 Stunde bis zum Gipfel. Hm, es ist schon recht spät, aber ich will da noch rauf! Außerdem ist das doch schneller zu schaffen… Mit Thorsten wäge ich noch ab, ob wir uns wirklich trennen, denn es ist ja schon recht spät, das Handynetz ist dünn, aber wir wissen ja voneinander, wo wir hingehen. Also: Jacke aus und Knallgas ab zum Gipfel. Der Weg ist, wie Thorsten schon beschrieb, kein richtiger Weg, sondern mehr ein Weg von Zeichen zu Zeichen. Auf dem Weg zum Gipfel sehe ich noch ein paar Leute absteigen. Etwas unterhalb des Gipfels treffe ich in einem kurzen Schneefeld die letzten Bergsteiger im Abstieg.

Kurz unterhalb des Gipfels kann ich den Cache als vierter Cacher nach kurzer Suche finden. Yipie! Dann am Gipfel: Der WAHNSINN!!! Ich bin alleine, mit einer perfekten Sicht! Lediglich ein Motorflieger wackelt mir beim Rundflug über den Gipfel zu. Ich filme noch gerade die Szenerie, esse einen Müsliriegel und dann gehts wieder abwärts. Ach so, ich habe für den Aufstieg übrigens nur 30min gebraucht.

Und… tatsächlich: Kurz unterhalb des Gipfels kommt mir noch ein einsamer Wanderer entgegen. Er erzählt mir, daß er noch jemanden in einem orangenen T-Shirt zum Gipfel hat laufen sehen, da dachte er sich: „Dann mache ich das auch noch.“ Ich öffne kurz meine mittlerweile übergezogene Jacke und lüfte das Geheimnis, daß ich das wohl war. Nach einem 5 minütigen Schnack und einem ungläubigen Blick, daß Thorsten und ich heute noch absteigen, ziehe ich dann im Schweinsgalopp wieder los. Ich nehme einen Weg oberhalb Thorstens Weg, den ich so noch nie gesehen habe: Ich wandere auf einer riesigen glatten Steinplatte von Steinmandel zu Steinmandel auf einem recht breiten Grat. Fantastisch! Dann treffe ich auf Thorstens Weg. Auch ich erlebe den extrem plötzlichen Wechsel vom Karst in die Wiese. Spitze!

An der Hütte angekommen läßt Thorsten sich nicht lumpen und organisiert mir schnell ein Radler. Damit ich nicht alleine trinke gönnt er sich auch noch eins. Einigermaßen „gut dabei“ ziehen wir dann endlich wieder los. Es ist spät geworden, aber es ist relativ klar, daß der Weg nicht sehr anspruchsvoll wird. Trotzdem wird uns am letzten Grat klar, daß wir noch 1000 Höhenmeter nach unten „vernichten“ müssen. Der Pfad schlängelt sich recht freundlich und abwechslungsreich ins Tal. Dort angekommen folgen wir einer Straße bis zum Auto. Dort kommen wir recht erschlagen mit Beginn der Dämmerung an. Wir dürfen dort beim Packen des Autos sogar noch einen sehr feinen Mondaufgang miterleben. Durchgeschwitzt treffen wir dann beim urlaubsüblichen Chinesen ein, um die verlorenen Kalorien wieder aufzutanken…

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