Tourenbeschreibung

Unsere erste Tour im Stubaital führte uns ans Ende des Tals. Von der Dresdener Hütte führt der Pfad zu den nahe gelegenen Felsen des Egesengrates. Die Startpunkte der Klettersteige sind gut an den gelben Schildern zu erkennen.

Am Klettersteig angekommen packte ich erst mal die Kamera aus. Während der Fotosession raschelte etwas an meinen Füßen – und weg war die Tasche… Wir konnten ihr noch lange nachschauen bis sie in einem Graben verschwand. Naja – wir machten uns fertig für den Klettersteig, und wollten die Tasche nachher im Abstieg holen. Martin entschied sich für den schwereren Express Klettersteig während ich mich in den anderen KS einklinkte.

Egesengrat:

Es geht am Anfang recht steil nach oben, so dass man schnell eine gute Aussicht bekommt. Der größte Teil des Steiges ist B/C mit kurzen Stellen D. In der Hälfte des Steigs kommt ein schmaler Spalt. Keine Ahnung wer sich so was ausdenkt… Ich passte da auf jeden Fall nicht gleichzeitig mit meinem Rucksack durch. Also habe ich den Rucksack mit einer Bandschlinge gesichert – nicht dass der den gleichen Weg wie die Kameratasche nimmt. Dann den Rucki durch den Spalt und ich quer hinterher. Nach dieser Stelle geht es steil bergab und man quert die Wand. Also Rucksack direkt wieder auf den Buckel und weiter. Im letzten Viertel des Steiges ist die Sicherung des Fernau Express zu sehen. Jetzt sind beide Steige nur noch ca. 10m voneinander entfernt. Ich konnte z.B. schön Martin beobachten, wie er sich abmüht.

Fernau Express:

Der Klettersteig beginnt etwas höher und ist deutlich anspruchsvoller als der erste KS. Wenn man die Sternchen für die Kondition auch als Bewertung des Anspruchs nimmt darf man gerne 4 Sterne für diesen KS verbuchen. Wie an den meisten Klettersteigen geht es direkt am Anfang ordentlich zur Sache. Senkrecht hoch ohne gute Tritte geschweige denn Griffe. Nach diesem heftigen Einstieg habe ich dann doch die Handschuhe angezogen, um mir nicht die Haut von den Fingern zu ziehen. Echt empfehlenswert!

Kurz danach stehe ich schon vor der ersten E-Stelle: Ein Mini-Überhang. Mit meinen langen Beinen leicht zu meistern, sonst erfordert es mit Sicherheit mehr Geschick und Kraft. Ich folge dem Steig und erreiche eine schöne Querung nach links, bevor es wieder richtig zur Sache geht. Leider kommt man hier mit den Händen auf dem Fels nicht wirklich weit, sondern muß recht intensiv mit dem Drahtseil arbeiten. Dann gehts rein in eine weitere haarige Stelle: Den „klammen Kamin“, der sich am Anfang dank der Bügel noch recht gut bewältigen läßt, obschon das auch kein Zuckerschlecken ist. Der Ausstieg ist dann auch recht heftig. Eigentlich kann man dort schon auf den parallel verlaufenden Klettersteig schauen. Ich hab zwar mit Thorsten kommuniziert, war aber definitiv deutlich abgelenkt 😉

Direkt nach dem Ausstieg folgt eine weitere kurze harte Passage, danach wird es etwas gemütlicher, so daß ich auch Thorsten mal beobachten konnte. Für einen kleinen Plausch hats dann auch noch gereicht. Kurz vorm Ausstieg geht es dann ein letztes Mal mit einer D/E-Stelle richtig rund, bevor man sich ausklinken kann. Wer einen Partner auf dem anderen Klettersteig hat kann diesen danach abklatschen! Obschon der Fernau-Express der schwerere Klettersteig ist gehe ich davon aus, daß der „normale“ Fernau-Klettersteig der schönere KS ist, da man hier die Felsstruktur nutzen kann.

Vom Ende der Klettersteige geht man noch ca. 10-15min zum Gipfelchen.

 

Besonderheiten:

2 Klettersteige nebeneinander. Im letzten Viertel kann man sich gegenseitig beobachten. ca. 10m Abstand

 

Wissenswertes:

Wer sich nicht sicher ist, sollte erst die Übungsklettersteige probieren. Alle sollten problemlos machbar sein!

Auf dem Klettersteig „Egesengrat“ muss gegebenenfalls der Rucksack abgenommen werden. Evtl. eine Sicherung mitnehmen.

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