Nachdem Thorsten leider schon beim ersten Klettersteig Magenprobleme hatte, setzte er nach dem zweiten Klettersteig aus. Netterweise durfte ich aber noch was machen und entschied mich für den Schafgrübler. Zum Einen, weil da oben noch ein Cache zu holen war und zum Anderen, weil es ein guter Aussichtsberg sein soll. Nach Checken des Handynetzes und Zurücklassen der Klettersteig-Ausrüstung startete ich relativ spät um 14:15Uhr. Irgendwie hatte ich nur kurz überlegt, wie weit die Strecke noch war. Oder noch viel Wichtiger: Wieviele Höhenmeter noch zu bewältigen waren. Tatsächlich liegt die Franz-Senn-Hütte auf 2147m und der Gipfel des Schafgrüblers hat 2922m. Also galt es noch 800 Höhenmeter zu zocken. Aufgrund der relativ späten Startzeit und der Regen-Ansage vom Wetterdienst ließ ich es dann ordentlich krachen. Nach einer guten Viertelstunde stand ich bereits an der Kreuzung „Schafgrübler – Stubaier Höhenweg“. Ab diesem Punkt habe ich keine Menschenseele mehr gesehen (zumindest nicht auf dem Weg s.u.), bis ich wieder hier ankam. Nun ging es auf einem gut sichtbaren Wiesenpfad bergauf. Meine ständigen Wegbegleiter waren die Murmeltiere. Aber auch eine weitere Kreuzotter sah ich. Diese saß mitten auf dem Weg und hätte mich fast erwischt. Denn ich hab gerade mal kurz ins Tal geschaut. Der Blick in den Himmel verhieß nichts Gutes und irgendwie konnte ich den Gipfel vom Schafgrübler noch nicht sehen. Stets waren laut GPS noch andere Gipfelchen im Weg. Um Thorsten nicht allzulang warten zu lassen gab ich ordentlich Hackengas! So stand ich nach 70 Minuten bereits am großen Horntaler Joch (2812m). Dort geht der eigentliche Weg geradeaus weiter. Ich aber hielt mich nun links am schroffen Grat entlang. Der Weg ging hier dann so weiter wie das letzte Stück zum Joch: Steinplatten, die teils lose, teils fest, das Steigen nicht gerade erleichterten. Nach 10 weiteren Minuten stand ich dann um 15:36 auf dem Gipfel des Schafgrüblers! Zack zack, meinem Wingman eine SMS geschickt, daß ich oben bin und in etwa 10min wieder absteigen werde. Dies verzögerte sich etwas, da ich partout den Cache nicht finden konnte. Aber irgendwann kam dann doch der erlösende Found. Und die Aussicht war WIRKLICH der Knaller! Auf die umliegenden Gletscher, auf das Elfergebiet, wo wir tags zuvor unterwegs waren und und und… Das Wetter blieb auch stabil, so daß ich hier oben gut ausruhen konnte. Ich war auch etwas platt vom Gewaltmarsch. Also: Proviant in die Futterluke und noch was trinken. Dann plötzlich sehe ich auf dem nahen Gletscher zwei Leute absteigen. Irgendwie erschreckend und beruhigend zugleich. Zwei Leute sind um die Uhrzeit noch auf dem Gletscher unterwegs. Und: Ich bin nicht gaaaaanz alleine hier. Ich habe dann noch einige Fotos geschossen und ein paar Dokumentationsvideos gemacht. Im Anschluß ging es wieder bergab. Tschö, Du feiner einsamer Aussichtsberg mit dem lustigen Namen! Um kurz vor vier lief ich erneut im Schweinsgalopp los. Das Joch passierte ich um kurz nach 4. Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr man sich einzelne Steine und Wegstellen merken kann. Um kurz nach halb fünf war ich wieder an der Kreuzung und traf wieder auf Menschen. Und davon recht viele, denn gefühlt alle Höhenwegaspiranten strömten nun zur Franz-Senn-Hütte. Die Hütte und somit Thorsten erreichte ich wieder um viertel vor fünf. Tüchtig auf die Tube gedrückt. Soll für alle Leser heißen: Normalerweise braucht man deutlich länger. Die 2,5h waren wirklich schnell und sollten nicht als Anhaltspunkt dienen. Ich gehe davon aus, daß man mit normalem Tempo mindestens eine Stunde drauflegen muß. Aber es war ganz toll. Leider war Thorsten nicht mit dabei. Insbesondere die Aussicht oben war der Knaller! Der Weg ist eher unkompliziert und gut markiert. Wer noch nie in seinem Leben Murmeltiere gesehen hat kommt hier nicht umhin welche zu sehen! Wenn man sich leise verhält scheucht man sie hinter jeder Kurve auf.

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