Nachdem wir einen seltsamen Sommer mit den verrücktesten Wetterkapriolen und viel Niederschlag erlebt haben, waren wir im Männerurlaub leider auch nicht davor gefeit. Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes für den geplanten Urlaub im Stubaital. Nach näherer Recherche, einigem Hin und Her und verrückten Gedanken einigten wir uns darauf erst erneut ins Rätikon zu fahren. Mit der Gewißheit, daß es hier auch irgendwann regnen wird, aber mit der Hoffnung, daß es erst später anfängt als im Stubaital.

Also fuhren wir in der Nacht von Freitag, dem 02.September, auf Samstag los und kamen recht zeitig am letztjährigen Campingplatz an. Das Zelt war recht zügig aufgebaut und der kleine Einkauf erledigt. Trotzdem waren wir dann schon recht spät dran, als wir am Lünersee ankamen. Und: Hier war der Bär los!!! Letztes Jahr auf dem Weg zur Schesaplana parkten wir auch hier und schauten auf gähnend leere Parkplätze, dieses Jahr war noch bis mehrere hundert Meter vor dem Lift alles am Seitenrand zugeparkt. Schönes Wetter halt! Nach der Parkplatzsuche ging es mit der Bahn nach oben, um eigentlich noch den Saulakopf nebst Klettersteig zu erobern. Aber am Einstieg taten wir mal etwas Vernünftiges und brachen ab, denn es war schlicht zu spät und Migränegefahr herrschte bei Martin. Also gingen wir in einer großen Schleife zurück. Kurz vorm Lift beschlossen wir dann aber, daß wir doch noch den Lünerseeklettersteig machen sollten. Und das war eine HARTE NUMMER!!

Nach dem heiß geliebten Badehaus und einem Schläfchen im Zelt, welches dieses Jahr eine überraschend warme Schlafstatt bot, machten wir uns am nächsten Morgen auf ins Montafon, denn Thorsten hatte hier noch ein Geocache-Event ausfindig gemacht. Auf einer feinen Alm namens „Brunellawirt“ trafen wir einige Cacherkollegen. Nach einem entspannten Aufenthalt an der Alm juckte es aber doch in den Füßen, so daß wir zu einer netten Wanderung aufbrachen. Nach kurzer Zeit trafen wir auf eine Cachergruppe des Events, die wir dann erst begleiteten. Die netten Cacher wollten aber nicht so hoch hinaus wie wir, so daß wir alsbald wieder alleine unterwegs waren. Neben grünen Skipisten und einigen Liften zogen wir dann unschön auf einem Fahrweg aufwärts. Oben angekommen konnten wir dann aber sehr schön auf einem Pfad über einen „Grat“ zurück in Richtung Hütte ziehen. Dieser Trip hat uns beiden viel Spaß gemacht. Manchmal ist es auch schön auf einfachen Wegen zu wandern und das Leben zu genießen! Zurück an der Hütte setzte dann nach einer kleinen Stärkung der Regen ein. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz konnten wir noch einige Caches aufspüren und verkrümelten uns im Anschluß an das Badehaus dann im Zelt. Hier erlebten wir eine unruhige Nacht, denn daß Außenzelt ließ Regen durch die Nähte. Es blieb zwar trocken, aber wir gingen vom Gegenteil aus, so daß man des nachts öfters mal nachschaute, wie die Lage ist.

Am nächsten Morgen brachen wir, bei immer noch strömendem Regen, im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zelte ab, um ins Stubaital überzusiedeln. Da wir eh nichts Besseres vorhatten nutzten wir nicht die Autobahn und waren so einige Stunden unterwegs. In Neustift tigerten wir dann als Erstes in die Touri-Info, um uns ein Zimmer zu suchen. Das Zelt war völlig durchnäßt und es regnete ja auch immer noch.

Unsere Fall fiel auf das schöne Landhaus Hofer. Die Wirtin ist sehr nett und erzählte uns dann, daß das Wetter die letzten Tage genauso wie im Rätikon war. Na supi! Dann hätten wir auch direkt ins Stubaital fahren können!

Gegen Abend hörte der Regen endlich auf und die Wirtin sagte uns für den nächsten Tag richtig schönes Wetter voraus. Irgendwie glaubten wir das nicht, aber es kam wirklich so! Der nächste Tag war der Knaller! Wir verbrachten den ganzen Tag an den Elfertürmen und bekamen netterweise noch den allerletzten Lift. Ein perfekter Tag! In Martins Rucksack wurde eine Mütze und Handschuhe mitgeschleppt, Gott sei Dank aber auch eine Dreiviertelhose

Leider war für den nächsten Tag schon wieder Regen angesagt, aber erst ab nachmittags, so daß unsere Wahl auf einen Besuch der Franz-Senn-Hütte fiel. Hier gab es einige kleinere Klettersteige und ein paar Caches, so daß wir je nach Wetterentwicklung den weiteren Verlauf unserer Tour planen wollten. Am Ausgangsparkplatz angekommen folgten wir als Einzige zu diesem Zeitpunkt dem Winterweg, welcher aber viel schöner war. Nach einer kurzen Wanderung waren wir schon an der Franz-Senn-Hütte, zogen dann aber sofort weiter zum Höllrachensteig. Ein weiteres Highlight im Stubaital! Es folgte ein Cache und der Edelweiß-Klettersteig, der auch sehr schön war. Thorsten klagte schon länger über Magengrimmen, so daß Martin sich noch alleine zum Schafgrübler aufmachte und diesen erfolgreich in sein Gipfelbuch eintragen konnte. Thorsten beobachtete derweil eine Gruppe beim Üben der Spaltenbergung. Weiterhin konnte er einer Gruppe beim Edelweißklettersteig zuschauen. Zum Glück regnete es dann doch nicht, so daß wir trockenen Fußes wieder ans Auto zurückkehren konnten.

Für den nächsten Tag war erneut ein Klettersteig geplant. Wir wollten uns am Ende des Stubitals den Fernau-Klettersteig nicht entgehen lassen. Leider fing es an zu regnen, als wir gerade das Haus verließen. So fuhren wir ein Mal das Stubaital bis zum Ende durch und sammelten einfache Caches ein. Auf dem Rückweg stiegen wir bei teils strömendem Regen zur Bacherwand-Alm auf. Diese war sehr urig und schön und hat uns gut gefallen. Und hier hat sich das Cachen mal anders gelohnt: Mittels eines Codeworts bekamen wir einen Schnaps aufs Haus. Den Wirt hat´s gefreut! Auf dem Rückweg zu unserem Domizil hörte der Regen endlich wieder auf. Mittlerweile war es aber für eine Bergtour schon zu spät, so daß wir erneut ein paar Caches angingen.

Am nächsten Tag zogen wir schon wieder von dannen, um auf dem Weg in heimische Gefilde noch einen ganz besonderen Cache zu erledigen. Hier standen wir schon vor 7 Jahren und mußten passen. Es handelt sich um die obere Wettersteinspitze etwas westlich von Mittenwald. Erneut zeigte sich der Spätsommer von seiner schönsten Seite, so daß wir uns endlich nach einem anstrengenden Aufstieg ins Gipfelbuch eintragen konnten. Die Aussicht war fantastisch und wir konnten sogar die Stubaier Gipfel sehen.

Am Auto angekommen füllten wir unsere Energiereserven in Garmisch beim McDoof wieder auf. Es gibt wahrscheinlich keinen McDonalds, der eine bessere Aussicht hat: Auf der Dachterasse schön aufs Wettersteingebirge!

Leider kehrten wir danach schon wieder viel zu früh den Alpen den Rücken, um zur Familie zurückzukehren.

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