Start war am 21.9.13. Statt des üblichen Bergurlaubs mit Klettersteigen und Gipfeln, wollten wir dieses mal was anderes machen.

Thorsten war im Sommerurlaub am Wolfgangsee und hatte zuvor einen Schnuppertag bei einer Gleitschirmschule zum Geburtstag geschenkt bekommen. Mit dieser Erfahrung wurde dann Martin infiziert und wir meldeten uns kurzerhand in Niederau (Wildschönau) für den Grundkurs an.k-DSC_2376

Kursbeginn war am Samstag um 9:00 Uhr. Da der Spass ja auch irgendwie bezahlt werden muss, war der Samstag auch unser Anreisetag. 1:30Uhr Abfahrt und 7:45 Ankunft in Niederau. Das Zimmer war schon bezugsfertig. Also legten wir uns erst mal für ne halbe Stunde aufs Ohr. Nach der Begrüßung in der Flugschule und einer lustigen Storry über den Verkauf und den Kauf eines Geländewagens wurde das Material für die ersten 2 Tage verteilt. Ein Schirm für zwei angehende Piloten. So zogen wir auf den Übungshang. Tag eins und zwei waren kein wirklicher Spass. Leinen sortieren, einhängen und die Wiese runter laufen. Immer Rainers Anweisungen per Funk im Ohr. Links ziehen, große Schritte, schneller werden… usw. Natürlich war das wichtig, um den Schirm und das Gefühl kennenzulernen. Der ein oder andere Schüler hatte auch am Ende des Kurses verlauten lassen, daß man zwischendrin noch mal gerne auf den Übungshang gegangen wäre. Aber wir wollten natürlich mehr… Fliegen!!!

Am dritten Tag: bekam dann endlich jeder von uns seinen „richtigen“ Schirm nebst Gurtzeug. Nach einer weiteren Runde am Übungshügel wurden wir auf den 150m Hang gefahren. Der erste richtige Start! Im Vergleich zum Übungshang war das schon ein richtiger Flug, wenn auch recht kurz. Leider war nach dem erstenk-DSC_2386 Start für diesen Tag auch schon wieder Schluss.

Tag vier. Erster Flug vom 150er zum Aufwärmen. Iegendwie schon recht entspannt in der Luft, aber vor dem Start geht der Puls schon hoch. Da die Gruppe in sich wohl ziemlich gut war gings direkt auf den 300er. Der Start erfolgte von der Skipiste recht steil und deshalb problemlos. Schon etwas länger Flugluft schnuppern. Nachdem wir gelandet waren mussten wir uns beim Zusammenlegen der Schirme beeilen, denn die Bahn aufs Markbachjoch macht eine Stunde Pause zwischen 12:00 und 13:00. Tatsächlich: Unmittelbar nach dem 300er gehts zum 600er! Oben angekommen kam der Wind aus der falschen Richtung und wir mussten locker ne halbe Stunde warten. Dann drehte der Wind und wir konnten einer nach dem anderen starten. Der Höhenunterschied zum Landeplatz beträgt 600m. Von hier starten auch die Tandempiloten. Man ist also schon ein richtig großer… Und endlich richtig fliegen! Die Flugzeit beträgt etwa 12min. Genial!!!

Alle Flüge wurden von 2 Fluglehrern per Funk begleitet. Rainer am Start und Kurt auf dem Landeplatz.

Hier ist der Funk von Martins 150m Erstflug.

Tag fünf. Es geht sofort hoch aufs Joch zum Startplatz. Wir hatten Großes vor.k-DSC_2438 4 Flüge bis 14:00Uhr. Rainer wies uns die Startplätze zu (zwischen Weg und Zaun wie am Tag zuvor). Nach dem Leinencheck startete einer nach dem Anderen. Wieder raus zur Kirche aber dieses Mal in leichten Schlangenlinien. Dann kam über Funk die Anweisung „in 5sec.“ *knack* *rauschhh*. Das Windgeräusch war einfach zu laut. Ich dachte mir in 5 sec. rechts Richtung Landeplatz macht Sinn… Also Bremse rechts und Gewicht verlagert. Kein Meckern aus dem Funk. Dann wars wohl richtig 🙂 . Es folgte der Anflug auf Position gefolgt vom Gegen-, Quer- und Endanflug. Aus meiner Sicht ein toller Flug mit gelungener Landung. Jetzt schnell runter zum Packplatz den Schirm packen und in einer kleinen Gruppe wieder rauf zum Start. Als wir wieder oben waren musste Rainer kurz weg. Wir sollten uns aber schon mal startbereit machen. 3 Schirme wurden ausgelegt und die Leinen sortiert. Dann folgte warten auf Rainer. Wir standen also zu dritt am Hang als ein etwas älterer Pilot anmarschiert kam. Von weitem konnte ich sehen dass ihm irgendwas nicht zu passen schien. Ich legte meine Leinen auf Seite damit er ungebremst zwischen den Schirmen durch laufen konnte. Er blieb trotzdem stehen. Guckte genervt und fing an zu meckern: “ ICH fliege schon seit 23 Jahren und so was habe ich ja noch nie gesehen dass hier aufgebaut wird… Frechheit“. Wir drei guckten uns an. So eine Ansprache verlangt nach Antwort. Ich sagte :“ … und ICH fliege seit 2! Tagen und werde von hier starten!!“ Sein Kopf wurde rot. Im davon gehen murmelte er etwas von :“bloß keinen Schritt zu viel machen…“ Wir drei grinsten. Die Tandempiloten hatten übrigens keinerlei Probleme mit unserer Platzwahl. Als Rainer dann kam konnten wir endlich zu einem weiteren tollen Flug starten. Wir bekamen von mal zu mal mehr Freiheiten in der Flugeinteilung. Beim letzten Flug wurde nur noch in Ausnahmefällen eingegriffen. An diesem Abend staunten wir nicht schlecht als wir noch bis 18:00Uhr Theorieunterricht hatten.k-DSC_2445 Ein weiteres Highlight folgte aber noch. Wir hatten uns mit unserem Fluglehrer Rainer zum Spare Ribs Essen verabredet. Es wurde ein lustiger und geselliger Abend.

Der sechste Tag wurde leider wegen schlechten Wetters nur durch Ausfüllen des Flugbuches und etwas Theorie gefüllt.

Das Nebenprogramm: Der tägliche Flugunterricht endete immer so gegen 14:00Uhr bis 14:30Uhr. Am ersen Tag sind wir noch auf den Schatzberg gefahren. Da die letzte Bahn aber schon um 17:00Uhr fährt, war das eher ein kurzer Abstecher. Für das Abendessen hatten wir uns mit einigen Flugkameraden für die Pizzaria verabredet. Auf dem Weg dort hin sammelten wir noch Friedl auf. Zuvor hatten wir uns noch mit 2 Cache-Freunden aus Wolfratshausen kurzgeschlossen. So waren wir wieder 2 mehr. Als wir nun in der Pizzaria saßen schneite auch noch ein weiterer Flieger hinein. Es war eine lustige Runde und jeder hatte was zu erzählen.

Fazit: Ein wirklich tolles Erlebnis das nach Wiederholung verlangt!

Gesamtstrecke: 3682 m
Maximale Höhe: 1452 m
Minimale Höhe: 861 m
Gesamtanstieg: 7 m
Gesamtabstieg: -599 m
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